Emotionen können einen überfluten, sei dies im Guten wie im Schlechten. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umzugehen gelernt haben, ob sie uns Angst machen, ob wir sie zulassen können oder eher in uns vergraben.

In einer Krise fühlen sich Emotionen ganz besonders intensiv an. Und manchmal, so scheint es, befindet man sich in einem aufkommenden Krieg mit sich selbst. Kennen Sie dieses Gefühl?

Dieses Bewusstsein, dass da etwas auf Sie zu kommt, dass der Kampf bald losbrechen wird, Sie aber in sich ganz ruhig sind und die Situation von Aussen beobachten können. Wenn Sie Emotionen wiederkennen, wenn die Angst, Trauer, Wut, Unsicherheit, schon fast ein “guter” Freund ist, der wieder auf Besuch kommt. Ein Freund, der Sie mit all seinen persönlichen Eigenschaften einnimmt, zu überrollen droht und scheinbar nicht zu bändigen oder zu stoppen ist.

Gerade in diesem Moment, auf dem Kampffeld – der Morgen ist noch taufrisch, die Luft ist kalt und frostig, die Sonne scheint durch die Bäume, es ist fast schon idyllisch, wäre da nicht diese Vorahnung – haben Sie die Gewissheit, dass egal was da auf Sie zukommt, es Ihnen in ihrem Innersten nichts anhaben kann. Dass Sie nicht von diesem Kampf oder einer anderen Person abhängig sind, oder sich über den Ausgang – Sieg oder Niederlage – Gedanken machen müssen. Diese Klarheit, Frische und das Wissen, dass Sie nicht alleine sind, dass es gut kommt, dass es keinen Unterschied macht, wie der Feind aussieht oder wie viele es sind.

Gerade in diesem Moment erkennen Sie, dass Sie eins sind, mit sich, der Welt und ihren Gefühlen und Gedanken. Dass Gedanken, Gefühle oder äussere Umstände keinen Unterschied machen oder ihre Person und ihren Wert bestimmen. Es macht deshalb auch keinen Sinn, diese zu ergründen oder genauer verstehen zu wollen. Dass die Antwort zur Lösung in Ihnen selbst liegt, weil Sie Teil des Grossen ganzen sind.

Wenn Sie sich mit all ihren Anteilen wie eine Einheit aus Tautropfen, am frühen Morgen, wenn der Moment der Klärung gekommen ist, wieder zu einem grossen Tropfen zusammen fliessen, um ihren Weg zurück zur Erde, zurück in den Kreislauf des Lebens, zu finden.

Emotionen können überwältigend sein. Sie können einen fesseln, quälen und an den Rand der eigenen Kräfte bringen. Aber das muss nicht so sein!

In dem Moment, in dem Sie erkennen, dass Emotionen und Gedanken ihre Freunde sind, die das Leben farbiger, persönlicher und facettenreicher machen, egal in welcher Stimmung Sie gerade sind, dann haben Sie den ersten Schritt Richtung “Überleben” gemacht. Es ist unwichtig, Emotionen und Gedanken genauer zu verstehen, diese einordnen oder erklären zu können. Sie gehören zum Leben mit dazu!

Emotionen und Gedanken sagen nichts über Ihren Wert als Mensch aus, oder darüber, wie sie das Leben und die Zukunft meistern können. Emotionen und Gedanken fliessen, Sie kommen und gehen. Und wenn wir sie als Freunde in unser Leben integrieren und sie als das Erkennen, was sie sind, können wir sie auch wieder loslassen und selbst entscheiden, wann und in welcher Intensität der Kontakt und die Auseinandersetzung aussieht.

Sie haben die Macht, Ihren Emotionen und Gedanken die Bedeutung und den Wert zu geben, der für SIE stimmt. Sie haben die Macht, zu entscheiden, ob Sie sich von diesen “gefühlt” überrollen lassen, oder ob sie diese wie den Atem an einem kühlen Morgen, einfach wieder zurück in die Atmosphäre schicken und entweichen lassen.

Sie können dabei keine Fehler machen oder sich durch besondere Anstrengung schneller zurück ins Leben holen. Denn Sie sind bereits mitten drin! Sie leben! Emotionen und Gedanken sind ein Teil des Lebens, ein Teil unseres Menschseins.

Und das ist gut so!

Ich wünsche Ihnen viel Kraft und Zuversicht für die schönen, wie auch schwierigeren Zeiten und die Fähigkeit, ihre Gedanken, Gefühle und äusseren Umstände wertfrei anzunehmen. In den ruhigen Momenten der Klarheit und Kraft werden Sie erkennen, welche nächsten Schritte für Sie in Ihrer Situation sinnvoll sind.

 

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