Wenn wir mit unserem Verstand, unserem Intellekt und unserem angeeigneten Wissen und Erfahrungen nicht mehr weiter kommen, dann ist der Moment gekommen, an dem wir unsere Intuition bewusst nutzen sollten.

Spannend ist, dass wir das im Alltag oft völlig unbemerkt tun, dies aber nicht als solches erkennen. Was ist z.B. mit einem Arzt, der in einer Operation innert Sekunden entscheiden muss, was als nächstes zu tun ist? Eben diese Entscheidung legt den Grundstein über Leben und Tod des Patienten. Klar kann man argumentieren, dass der Arzt eine lange Ausbildung genossen hat, um in solchen Momenten unter Stress und Zeitdruck richtig zu reagieren, doch meist sind das Millisekunden, in denen nicht mehr der Verstand alleine entscheidet, was als nächstes zu tun ist.

Wie ist es mit den Entscheidungen, die wir im Alltag scheinbar völlig gedankenlos fällen, sei es beim Einkaufen, auf dem Nachhauseweg oder bezüglich der nächsten Feriendestination? Oder auch im Bereich von Beziehungen und Partnerschaft – oftmals wissen wir schon längst intuitiv, was als nächstes zu tun ist oder welche Entscheidung ansteht, allerdings möchten wir es vielleicht nicht wahrhaben, verdrängen die Anzeichen oder versuchen mit Pro- und Contra-Listen logische Schlüsse zu ziehen und Entscheidungen mit unserem Verstand zu treffen. 

Gerade dieses Vorgehen kann uns sehr viel Zeit und Energie kosten, weil wir entgegen unseres Bauchgefühls handeln wollen.

Dies hat sicherlich auch mit unserem Bedürfnis nach Kontrolle und Sicherheit zu tun. Auch unsere elterliche Erziehung, kulturelle und gesellschaftliche Einflüsse und persönliche Erfahrungen führen dazu, das wir mit den Jahren eine Vorstellung davon entwickeln, wie unser Leben sein soll und wie wir uns richtig verhalten, denken und fühlen.

Als Kleinkind und Baby handeln wir viel intuitiver und bezogen auf den Moment. Wir fokussieren mehr auf unsere wahren Bedürfnisse, ohne diese mit unseren Normen und Werten in Einklang bringen zu wollen. Wir überlegen weniger und handeln gemäss unserem Bauchgefühl.

Spannend ist der Moment, in dem ein Baby auf den Boden plumpst, zuerst verdattert herumschaut und sich «scheinbar» zuerst entscheiden muss, ob es nun weinen oder einfach wieder aufstehen, lachen und weiterlaufen soll. Das Baby bildet in diesem Moment sein inneres Bewusstsein. Mit zunehmendem Alter achtet es darauf, wie wir Menschen im Aussen auf das Geschehene reagieren. Hat es keinen solchen «Spiegel», reagiert es intuitiv aus seinem Innersten. Erlernte Erfahrungen spielen dann noch keine Rolle und prägen somit auch nicht das Verhalten oder Empfinden des Kleinkindes.

Mit zunehmenden Altern lernen wir, unseren Intellekt zu formen, unser Wissen zu erweitern und uns, unsere Gedanken und unser Leben zu erklären, zu kontrollieren und zu steuern. Wir glauben, dass die äusseren Umstände uns beeinflussen und steuern und versuchen deshalb, unsere Handlungen, unser Erleben und Denken immer weiter zu perfektionieren, so dass wir privat und beruflich Bestleistungen erbringen können.

Leider vergessen wir dabei das unglaubliche Potential unserer Intuition, die uns auf so inspirierende, kreative und Ressourcen schonende Art und Wiese Wegbegleiter und Wegweiser ist.

Umso älter wir werden, umso mehr Erlebnisse und Schicksalsschläge wir meistern, umso mehr kommen wir dann wieder zurück zu unseren Wurzeln, zu unserer inneren Weisheit, Stärke und Kraft. Die Gelassenheit und das berühmte «Gottvertrauen» werden legitimer und fassbarer, weil wir immer öfter mit unseren eigenen körperlichen und seelischen Grenzen konfrontiert werden.

Wir finden zurück zu unserer Urkraft und Weisheit, welche uns unbemerkt und intuitiv unser ganzes Leben lang begleitet hat.

Ich wünsche Ihnen, dass sie gerade im Hier und Jetzt zu eben dieser Kraft und inneren Weisheit zurück finden und sich Zeit nehmen, diese neu zu erfahren und in Ihr Leben zu integrieren.

Seien Sie gespannt, welche Türen sich öffnen und neue, ungeahnte Möglichkeiten entstehen.

Hinweis:
Dieser Beitrag besteht aus zwei Teilen. Sie finden direkten Zugang via folgendem Link:
Intuition – Teil I
Intuition – Teil II

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